Dubai gehört zu den beliebtesten Zielen für europäische Auswanderer: steuerfreies Einkommen, moderne Infrastruktur und eine besondere Mischung von Kulturen. Wer den Umzug nach Dubai plant, muss sich aber auf deutliche Unterschiede bei Lebensstil, Gesetzen und Gepflogenheiten einstellen.
Visum und Aufenthalt: Ohne Sponsor können Sie nicht nach Dubai ziehen. Die meisten Auswanderer erhalten ihr Aufenthaltsvisum über den Job, der Arbeitgeber tritt als Sponsor auf. Alternativen sind Investorenvisa (Immobilieninvestition ab 2 Mio. AED), Freelancer-Genehmigungen oder ein Familiennachzug. Mit einem Touristenvisum haben Sie 90 Tage für die Jobsuche.
Transport: Seefracht von Europa nach Dubai dauert 3-4 Wochen. Ein 20-Fuß-Container kostet 2.500-4.500 €. Luftfracht ist schneller und kostet 8-15 € pro kg. Der Zoll in den VAE arbeitet effizient, aber streng: Alkohol ist verboten, Schweinefleischprodukte sind eingeschränkt, Bücher und Medien werden geprüft. Für verschreibungspflichtige Medikamente brauchen Sie Nachweise.
Wohnungsmarkt: Die Mieten unterscheiden sich stark je nach Viertel. Wohnungen mit 2 Schlafzimmern in Dubai Marina oder Downtown: 1.800-4.000 € im Monat. Günstigere Gegenden wie Discovery Gardens oder JBR: 1.200-2.000 €. Villen in den Vororten: 2.500-6.000 € und mehr. Die meisten Vermieter verlangen die Jahresmiete in 1-4 Schecks, eine Kaution und eine Maklergebühr (5 % der Jahresmiete).
Lebenshaltungskosten: Es gibt zwar keine Einkommensteuer, die Ausgaben im Alltag summieren sich aber. Lebensmittel kosten wegen der Importe etwas mehr als in Europa. Essen gehen ist günstig (8-20 € pro Person). Mobilität: Ein eigenes Auto ist üblich, Benzin ist billig (0,60 €/Liter), der Verkehr aber dicht. Die Dubai Metro ist modern und zuverlässig.
Arbeitskultur: In den meisten Firmen sind Samstag und Sonntag Wochenende (manche arbeiten aber von Sonntag bis Donnerstag). Die Kleiderordnung reicht von Business Casual bis formell. Im Ramadan, dem heiligen Monat im Islam, ist Essen und Trinken in der Öffentlichkeit tagsüber verboten. Die Arbeitszeiten können kürzer sein, die Erwartungen an die Leistung bleiben aber hoch.
Gesundheitssystem: Die Versorgung ist sehr gut, ohne Versicherung aber teuer. Eine Krankenversicherung durch den Arbeitgeber ist gesetzlich vorgeschrieben, der Leistungsumfang unterscheidet sich jedoch. Prüfen Sie Ihre Police genau: Manche schließen Zahnbehandlung, Mutterschaft oder bestimmte Behandlungen aus. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt hier nicht.
Kulturelle Unterschiede: Dubai ist tolerant, im Vergleich zu Europa aber konservativ. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sollten sich in Grenzen halten. Kleiden Sie sich in der Öffentlichkeit dezent (Schultern und Knie bedeckt). Alkohol gibt es in lizenzierten Lokalen und Hotels, öffentliche Trunkenheit ist aber strafbar. Respektieren Sie islamische Bräuche, besonders zu Gebetszeiten und im Ramadan.
Schule: Es gibt sehr viele internationale Schulen mit britischem, amerikanischem, IB-, deutschem und französischem Lehrplan. Jahresgebühren: 8.000-25.000 € und mehr pro Kind. Die Anmeldung läuft früh, beginnen Sie die Suche 6-12 Monate vor der Ankunft. Die meisten Auswanderer wählen den Lehrplan ihres Heimatlands, falls sie später zurückkehren.
Bank und Finanzen: Eröffnen Sie schnell ein Bankkonto, Sie brauchen es für Gehalt und Miete. Mitbringen: Reisepass mit Aufenthaltsvisum, Arbeitsvertrag, Gehaltsbescheinigung und Adressnachweis. Bekannte Banken sind Emirates NBD, ADCB und Mashreq. Kreditkarten sind weit verbreitet. Ungedeckte Schecks sind eine Straftat, behalten Sie Ihren Kontostand also genau im Blick.
Soziales Leben: Die Expat-Community in Dubai ist riesig und vielfältig. Clubs, Sportligen oder Freizeitgruppen sind ideal, um Leute kennenzulernen. Beliebte Treffpunkte sind Dubai Marina, JBR Beach und Downtown Dubai. Das Wetter ist extrem: Im Sommer (Juni-September) werden es bis zu 45 °C, die meisten Aktivitäten finden dann drinnen statt.
Führerschein: Mit einem EU-Führerschein dürfen Sie 6 Monate fahren. Für die Umschreibung machen Sie einen Sehtest, reichen Unterlagen ein und legen je nach Nationalität und Emirat manchmal eine Fahrprüfung ab. Die Straßen sind hervorragend, der Fahrstil aber aggressiv. Blitzer gibt es überall.
Tipps für einen guten Start: Lernen Sie ein paar Begrüßungen auf Arabisch (das zeigt Respekt), machen Sie sich gründlich mit den Visabestimmungen vertraut, sparen Sie trotz steuerfreiem Einkommen konsequent (man gibt leicht zu viel aus), halten Sie die Verbindung zu Ihrem Heimatland (das Visum ist kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht), halten Sie sich an die lokalen Gesetze (die Strafen sind hoch) und suchen Sie Anschluss an Expat-Gruppen, die mit Rat und Unterstützung helfen.
